30 Jahre Formel 1-Geschichte: McLaren und HUGO BOSS

Das ungleiche McLaren-Fahrer-Duo

Jenson Button und Lewis Hamilton gemeinsam bei McLaren: diese News war 2010 durchaus eine Sensation. Zwei Waldmeister — Button 2009 und Hamilton 2008 — zwei Siegertypen in einem Team. Viele fragten sich, ob das gut gehen kann. Es geht sogar so gut, dass die beiden Rennfahrer auch 2011 die Cockpits von McLaren besetzen. Obwohl beide Spitzensportler völlig unterschiedlich sind — Button gilt als umtriebig und rastlos, Hamilton dagegen eher als ruhig und bodenständig — verstehen sich die Teamkollegen glänzend. Und der Erfolg gibt ihnen recht: Die beiden McLaren-Fahrer sind vor dem achten Formel 1-Rennen am 26. Juni 2011 in Valencia die beiden einzigen, die Sebastian Vettel in dieser Saison bisher schlagen konnten.

Rekordhalter: McLaren Mercedes

Seit über 40 Jahren — seit dem Großen Preis von Monaco 1966 — nimmt das britische Formel 1-Team McLaren an Formel 1-Weltmeisterschaften teil. Ein Jahr zuvor, im Jahr 1965, gründet der neuseeländische Formel 1-Rennfahrer Bruce McLaren das Team. Dessen große Erfolge konnte er selbst jedoch nicht mehr miterleben: Er verunglückte 1970 bei einer Testfahrt tödlich. Nach Ferrari ist McLaren Mercedes das erfolgreichste Team in der Geschichte der Formel 1 und hält bis heute den 1988 aufgestellten Rekord von 15 gewonnenen der insgesamt 16 Rennen, was einer Quote von 93,8% entspricht. Insgesamt fahren die Fahrer von McLaren Mercedes 169 Formel 1-Siege ein und stellen zwölfmal den Weltmeister.

Was tun Marshals bei der Formel 1?

Zwar gibt es bei der Formel 1 auch sogenannte Marshals, aber mit dem Wilden Westen hat das nichts zu tun. Als Marshals werden die Streckenposten bezeichnet, die bei Rennen eine Rennstrecke absichern. Dabei ist die Arbeit auf der Strecke in mehrere Aufgaben unterteilt. Der Flag-Mashal warnt die Teilnehmer durch Flaggensignale vor Gefahren. Der Fire-Marshal ist ein Sportwart der Streckensicherung. Er ist speziell für die Feuerbekämpfung ausgebildet. Der Pusher schließlich sichert eine Unfallstelle und ist für die Beseitigung liegen gebliebener Autos zuständig.


W

ie Rennfahrer 300 kg wiegen

g-Kraft“ oder „g-Beschleunigung“ heißt die Belastung eines Körpers durch Beschleunigung — und dieser Kraft sind Rennfahrer ganz besonders ausgesetzt. Während eines Rennens müssen die Fahrer in einer Kurve oft das Vierfache der normalen Erdanziehungskraft aushalten. Das bedeutet, dass dann allein der Nacken 30 Kilogramm Gewicht „er-tragen“ muss. Und so wiegt ein Fahrer, der 75 Kilo schwer ist, in einer solchen Situation 300 Kilo. Zwischen 3,0 g bis 3,5 g beträgt die Belastung in schnellen Kurven. Auf dem Parcours von Silverstone finden sich solche Werte an fünf Kurven. Fährt ein Formel 1-Pilot dort also 30 Runden, kommt er dabei auf 150 sportliche Leistungen. Bei David Coulthard wurde im McLaren-Mercedes einmal eine Angabe von 3,7 g gemessen, als er in einer Senke 240 km/h fuhr. Man kann also von einem echten Schwergewicht sprechen!


Wie kommt der „Lollipop-Mann“ zu seinem Namen?

Der Lollipop-Mann gibt dem Fahrer zu verstehen, was er beim Boxenstopp beachten muss und wann er wieder losfahren darf. Dazu hat er eine Stange mit einer Scheibe am Ende in der Hand, auf der steht, was der Fahrer tun muss, z.B. „Stopp“ oder „1. Gang“ oder „Brakes“. Diese Stange mit der Scheibe sieht von Weitem ein bisschen wie ein überdimensionaler Lutscher aus. Deswegen heißt der Lollipop-Mann so.


E

in Boxenstopp ist Teamarbeit in Perfektion

Jeder Handgriff muss sitzen, jede Sekunde zählt: Ein schneller Boxenstopp kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Die Arbeit in der Boxengasse gleicht dem exakten Ablauf eines Uhrwerks –die 18 Teammitglieder wissen genau, was zu tun ist: Zwei Mechaniker bocken das Fahrzeug auf, jeweils drei Mechaniker wechseln einen Reifen, zwei Mechaniker reinigen die Kühleinlässe von Fliegen und Schmutz, ein Mechaniker säubert das Visier und ein Mechaniker signalisiert das Boxenstopp-Ende. Die McLaren-Schrauber sind in dieser Disziplin spitze: Im Schnitt brauchen sie pro Boxenstopp 22,38 Sekunden. Je schneller die Mechaniker sind, desto schneller ist der Fahrer wieder im Rennen –und das ist alles, was zählt.

… der Silverstone Circuit Northamptonshire, England …

… als Ort der ersten Formel 1-Weltmeisterschaftslauf von 1950 überhaupt gilt?

… auf dem Gelände der 1943 errichteten Basis der britischen Luftwaffe gebaut wurde?

… als Rennstrecke eine Basis aus drei Flugzeug-Start- und Landebahnen umfasst?

… über Streckenabschnitte verfügt, die bis heute praktisch nur aus langen Geraden und engen Haarnadelkurven bestehen?

… so umgebaut wurde, dass dieser nunmehr aus 18 Kurven besteht und um 760 Meter verlängert wurde?

… bereits 40 Mal Austragungsort für den Großen Preis von Großbritannien war?

Formel 1: Zahlen & Fakten

Beim Entwerfen eines Formel 1-Wagens entstehen rund 3.500 Zeichnungen. -- Ein Fahrer schaltet pro Rennen etwa 2.600 mal -- 6 Stunden dauert es, einen Formel 1-Wagen mit 12 Mechanikern nach einem Rennen komplett neu aufzubauen –auf einem fertigen Chassis. -- Während eines Rennwochenendes verbrennt ein Team rund 1.600 Liter Benzin. -- Ein Motor besteht aus etwa 3.000 Einzelteilen. -- Die Motorleistung beträgt zwischen 770 und 860 PS, bei einem Hubraum von 3 Litern. -- Ein Formel 1-Auto kann von 0 auf 100 km/h in rund 2.5 Sekunden beschleunigen; von 0 auf 200 km/h benötigt es weniger als 5 Sekunden oder umgerechnet 140 Meter.
Mehr auf hugoboss.com.



Legendäre Worte Jenson Buttons

„Das Indy 5000 war das erste Computerspiel, das ich jemals gespielt habe. Ich bin dauernd in die Mauer geknallt, aber das hat sich als die schnellste Fahrweise herausgestellt.“ Zum Glück hat Button seinen Fahrstil geändert –und gehört auch ohne Mauercrashs zu den Schnellsten. Seit gut zehn Jahren fährt Jenson Alexander Lyons Button, 31, bei der Formel 1 ganz vorn mit. Der Brite, der heute im Cockpit für McLaren sitzt, gibt sich souverän: „Ich habe 2009 die Weltmeisterschaft gewonnen — ich muss niemandem mehr etwas beweisen."



Kraftakt Vollbremsung

Bei Tempo 200 müssen die Arme eines Rennfahrers rund 40 Kilogramm aufbringen, um die Räder einzuschlagen. Und das über viele Runden während eines Rennens. Bremst ein Fahrer bei dieser Geschwindigkeit, bringt er seinen Formel 1-Wagen innerhalb von 55 Metern zum Stehen. Sein Bein muss dann etwa 80 kg Druck für eine Zeit von 1,9 Sekunden aushalten. Ein Wert von 5 g wird dabei als Verzögerungskraft gemessen und der Körper eines Formel 1-Fahrers wiegt in diesem Moment rund das Fünffache. Der Oberkörper eines Rennfahrers mit 50 kg Gewicht bringt in einer solchen Situation also ganze 250 kg auf die Waage. Nichts für Leichtgewichte!